

Mit Artemisia Gentileschi & Barbara Strozzi präsentiert die Konzertreihe Sonus Feminae ein inszeniertes Konzert über zwei der bemerkenswertesten Künstlerinnen des italienischen 17. Jahrhunderts. Beide waren zu Lebzeiten sichtbar und erfolgreich – und beide wurden zugleich mit Zuschreibungen konfrontiert, die ihre Wahrnehmung bis heute prägen.
Gentileschi machte als Malerin eine außergewöhnliche Karriere, während ihre Biografie bis heute häufig vom Vergewaltigungsprozess ihrer Jugend überschattet wird. Barbara Strozzi veröffentlichte als Sängerin und Komponistin einen umfangreichen Bestand eigener Musik und bewegte sich im Umfeld der venezianischen Accademia degli Unisoni – zugleich war auch ihre gesellschaftliche Stellung immer wieder Gegenstand von Spekulation und Stigmatisierung.
Eine kunsthistorische Einführung von Dr. Katja Triebe eröffnet den Abend und gibt Einblick in Leben, Werk und Wirkung Artemisia Gentileschis. Im anschließenden Konzert verbindet Ensemble Cité des Dames & Guests Musik, Bild und Text: Madrigale, Kantaten, Arien und Duette von Barbara Strozzi, Francesca Caccini und Antonia Bembo treffen auf historische Gerichtsprotokolle und Zeugenaussagen, rezitiert von Cathrin Romeis. Die Videoarbeiten von Martin Boverhof greifen Gentileschis Gemälde auf und setzen sie in einen neuen visuellen Zusammenhang.
Gemeinsam mit dem Ensemble entwickeln Guillem Borràs (Dramaturgie) und Iñigo Giner Miranda (Regie) einen Abend, der danach fragt, wie Künstlerinnen gesehen, beschrieben und erinnert werden – und was sich verändert, wenn ihr Werk wieder ins Zentrum rückt.
14. November 2026, 18:15 Einführungsvortrag | 19:00 Konzert
15. November 2026, 17:15 Einführungsvortrag | 18:00 Konzert
Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin
Ensemble Cité des Dames & Guests:
Amy Green - Sopran
Frieda Jolande Barck - Sopran
Cathrin Romeis - Sprecherin
Miako Klein - Blockflöte & Barockvioline
Prisca Stalmarski - Barockvioline
Mirjam-Luise Münzel - Barockcello
Magnus Andersson - Laute & Theorbe
Jia Lim - Cembalo
Video: Martin Boverhof
Regie: Iñigo Giner Miranda
Dramaturgie: Guillem Borràs Garriga
Einführungsvortrag: Dr. Katja Triebe